Was taugt der Fertig-Gin-Tonic von Schwarzwald Gin / Lidl

Lidl vermarktet nicht nur den Schwarzwald Dry Gin von Bimmerle, sondern verkauft mittlerweile auch fertige Gin Tonic-Mischungen in Metalldosen unter dem Label “Schwarzwald Distilled Dry Gin – perfectly mixed with Tonic”.

Doch was taugen solche Fertigmischungen?

Zwischen Automaten-Pommes und Automaten-Kakao

Der wahre Gin-Freund hat seine Freude am Zubereiten des Gins, am Schneiden der Limette, am Einfüllen der Eiswürfel und am Zuschauen, wie sich Tonic und Gin zu einem herrlichen Gin&Tonic vermischt. Nach dem Öffnen der Dose durch Hochziehen des roten Öffnungsrings dringt direkt ein penetranter Wacholdergeschmack an die Nase – ähnlich wie der von Schnapsleichen. Ins Glas geschüttet, schäumt das Getränk recht heftig. Mit und ohne hinzugefügte Zitronen oder Limetten fällt uns das Austrinken des Glases schwer. Es erinnert an den Unterschiedlich herrlicher Imbiss-Pommes zu Automaten-Pommes Frites oder den Unterschied zwischen frischem Kaffee aus einer Siebträger-Maschine und dem Automaten-Kaffee im Plastikbecher im Warteraum bei der Zulassungsstelle.

Wir beschließen: Fertig-Gin-Tonic werden wir freiwillig (außer zu Testzwecken) zukünftig nicht mehr trinken. Wir wollen unseren Geschmacksknospen nicht weh tun.

Alkoholgehalt im Fertig-Gin-Tonic

Der Schwarzwald Gin Tonic von Bimmerle beinhaltet laut Dosenaufdruck 22% Schwarzwald Distilled Dry Gin, den man auch flaschenweise im Lidl kaufen kann. In der Dose sind somit – nach Zugabe eines Tonic Waters – 10 Volumenprozent Alkohol.

Warum kein Fertig-Gin&-Tonic?

Wenn man einen Gin & Tonic selber macht, kann man frei das Mischungsverhältnis bestimmen und ein Tonic Water seiner Wahl dazu mischen. In einem Verhältnis, wie man es gerne trinkt. Mit einem Tonic, welches man für den Gin für passend hält. Bei einer Fertig-Dose ist das Mischverhältnis vorbestimmt und ein industrielles Tonic Water beigemischt. Das Verhältnis kann man schon deshalb nicht ändern, weil man das passende Tonic Water nicht kennt und nicht zumischen kann. Wer würde ansonsten auf die Idee kommen, zwei verschiedene Tonic Water in den Gin Tonic zu mischen? Niemand. 

Die Freude an der Herstellung des Gin Tonic fehlt

Das Auge isst mit: Schon die Herstellung eines Gin Tonics gehört zum Genuss-Procedere, – wahre Gin-Freunde machen daraus eine Zeremonie. Ein bloßes Aufreißen einer Dose und Reinschütten ins Glas kann das nicht ersetzen.  Fertige Dosen Gin & Tonic sind – unabhängig vom Hersteller – für Leute, die zu doof sind, den Cocktail selber herzustellen oder keine Zeit dafür aufwenden wollen. Für die Autofahrt zwischendurch ist er wegen des enthaltenen Alkohols ohnehin weniger geeignet.

Das Schöne ist: Für die Dose bekommen wir am Automaten 25 Cent zurück. Hoffentlich sieht uns keiner, wie wir die Dose in den Automaten stecken.

Botanicals im Schwarzwald Gin & Tonic

Der Wacholder im Schwarzwald Gin & Tonic ist schon ziemlich dominant, ansonsten sind auch die Botanicals Lavendel, Ingwer, Zitrone und Orange verarbeitet. Hersteller Bimmerle, der auch die Obstbrände der Marke Lörch herstellt, stellt den Gin in großen Mengen industriell her. Von einer Gin-Manufaktur ist man dort so weit entfernt wie der Papst von der Vielweiberei.

Wer einen Einstiegs-Gin sucht, ist hier richtig. Man kann ein Gin-Tasting mit einem solchen Gin-Tonic anfangen, um den Freunden zu zeigen, was der Unterschied zu den später kredenzten Premium-Gins ist… Zum Strunzen ist weder die Flasche/Dose noch der Geschmack geeignet.

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