Greenalls Gin aus dem Lidl – Test und Erfahrung

Die Lidl-Supermarktkette hat sich wieder einmal selber übertroffen: Ab Ende August steht – vermutlich nur temporär – dort der britische GREENALL’s Gin im Regal für sensationelle 8,88 Euro. Das ist nur schwer zu toppen, – wird der Gin doch sonst üblicherweise zu zweistelligen Preisen vermarktet.

Woher kommt der Greenalls Gin?

Der Greenall’s Gin ist nicht etwa eine Lidl-Eigenmarke, sondern eine eigenständige Gin-Marke in Großbritannien, die man dort auch zu kaufen bekommt. Allerdings teurer als im Lidl in Deutschland. Die Macher von Greenalls behaupten von sich, die älteste Destille Britanniens zu betreiben. Das Gin-Rezept für den Greenall’s Gin sei unverändert das Original-Rezept, welches sieben Master-Gin-Brenner in über 250 Jahren Gin-Geschichte bewahrt haben. Neben dem “GREENALL`s Original” brennt man dort allerdings auch noch andere Gins. Auf der Gin-Flasche ist auch angegeben, dass der Gin in UK hergestellt worden ist. Von G&J Distillers in Warrington. Die Geschichte dieser Gin-Brennerei geht zurück auf das Jahr 1761.

Gin Produzent des Jahres

Im Jahr 2018 hat die Gin Destillerie G&J Greenall’s, die den Gin herstellt den Preis “Gin Producer of the Year” in der International Spirits Challenge gewonnen, worauf man dort stolz ist. Der aktuelle Chef-Destilleur Joanne Moore sorgt dafür, dass jeder Gin-Batch einen hochwertigen Gin hervorbringt und perfekt gelingt.

GREENALL’s Gin im Geschmackstest

Wir haben den Gin pur und auch als Gin-Tonic mit Schweppes probiert. Die Wacholdernoten sind abgerundet. Der Gin schmeckt auf keinen Fall hart wie billiger Fusel. Frische Zitrusaromen kommen durch und Kampfer ist sicher auch eines der Botanicals, die der Hersteller nicht auf der Flasche bekannt gibt. Auch im Abgang ist eine Restsüße zu verspüren, aber natürlich auch eine leichte Bitterkeit, sonst wäre es kein Gin. Aber insgesamt ein rundes Erlebnis und für den niedrigen Preis im Lidl auf jeden Fall eine Empfehlung. Für 8,88€ kann man da nichts falsch machen und wenn der Gin woanders 15 oder 20 Euro kostet, halten wir das noch für vertretbar. Abgesehen davon ist das Design der Flasche auch nett, macht sich im Gin-Regal auch ganz schön. Mal sehen, wie lange sie hält.

Für Cocktails mit Zitrusfrüchten auf jeden Fall eine Empfehlung.

Bei Tesco in Großbritannien kostet die Flasche Greenalls Gin 14,50 Pfund, d.h. das Lidl-Angebot ist deutlich günstiger als im Heimatland dieses Gins, wo (Stand August 2019) der Gin rund 16 Euro kostet. Lidl macht den Kauf für fast die Hälfte möglich. Eine große Abnahmemenge wird es möglich gemacht haben.

Greenalls Gin
Der Produzent dieses Gins ist als GIN PRODUZENT DES JAHRES ausgezeichnet worden.

London Dry Gin mit Tradition

Dieser GREENALLs Gin aus dem Lidl ist ein richtiger London Dry Gin aus Großbritannien, der Wiege des Gins. Die Brennerei startete in 1761 mit der Produktion dieses Gins, der anfangs unter “Warrington Dry Gin” vermarktet wurde. Er enthält auch heute noch die 8 gleichen Botanicals wie vor mehr als 250 Jahren. Bei der Herstellung wird 8 Stunden lang in einem englischen Weizenbrand mazeriert. Während er in Großbritannien in der Regel mit 37,5% Volumenprozent Alkohol vermarktet wird (um Steuern zu sparen), bietet der Lidl in Deutschland eine höherwertige Version mit 40% an. Ursprünglich hat wohl Thomas Dakin die Destillerie gegründet, aber im Jahr 1860 dann an die Familie Greenall verkauft. Heute ist es eine der größten Destillerien Großbritanniens, die auch für viele Supermärkte Eigenmarken produzieren.

In Deutschland wird der Greenall’s Gin mit 40% vertrieben, in GB häufig mit 37,5%

Empfohlene Tonic Water für den Greenall’s Gin

Wir haben zuerst mit “normalem” Schweppes Tonic probiert, was ordentlich geschmeckt hat. Mit dem 1724 Tonic Water war es noch einen Deut besser, so gelingt mit britischem Gin ein Gin Tonic mit mediterranem Flair.

Botanicals im Greenalls Gin

Das genaue Rezept verraten die Ginhersteller in Großbritannien natürlich nicht, aber es soll auf jeden Fall Zitronen und Koriander enthalten. Natürlich auch Wacholder und Angelikawurzel. Iriswurzel und Mandeln dürften auch dabei sein.

Fazit: Trinkbar und schmeckt. Für einen Preis unter 20 Euro auf jeden Fall eine Kaufempfehlung!

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