Was ist eigentlich ein Machandel?

Unter Machandel versteht man im Niederdeutschen den Wacholder als solchen. Als Markenbezeichnung ist Machandel aber für eine Spirituose bekannt, die aus farblosem Wacholderschnaps besteht, der um die 38% Volumenprozent Alkohol hat.

Machandel stammt von Stobbe aus Westpreußen

Der wohl erste Machandel-Schnaps dürfte der sein, den die holländische Mennoniten-Familie Stobbe früher in Westpreußen gebrannt hat. Von Mai 1776 bis wohl um 1945 wurde der Machandel im westpreußischen Tiegenhof (bei Danzig, heute: Nowy Dwór Gdanski) hergestellt. Das von Peter Stobbe dort gegründete Unternehmen stellte den Machandel zunächst kleinen tonnenförmigen Flaschen her. Die Rote Armee beschlagnahmte zum Ende des 2.Weltkriegs das Unternehmen und Besitzer Bernhard Stobbe wurde in den Ural deportiert. Nachdem er 1940 freigelassen wurde, ging er nach Oldenburg und begann dort wieder mit der Herstellung von Machandel. Dokumentiert ist dies für das Jahr 1951. Das Rezept ist noch heute in Familienbesitz.

Heute führt Uta Stobbe aus der Stobbe-Familie die Tradition fort und verantwortet die Herstellung des heute erhältlichen “Stobbe1776” sowie der “Stobbe 240 Fassfüllung“, – beide Gins wurden mehrfach bei Wettbewerben ausgezeichnet.

Pillkaller Machandel – für Hartgesottene

Wer vor nichts fies ist oder aus Ostpreußen stammt, der kann auch mal den sogenannten Pillkaller Machandel probieren, dies ist ein Getränk, welches im ostpreußischen Ort Pillkallen sehr beliebt ist. Das Getränk wurde einst in Tapiau, jetzt in Ahausen als Pillkaller Edelmachandel hergestellt.  Es besteht aus:

  • 4 cl Machandelschnaps, gerne auch Doppelkorn, Steinhäger oder eben GIN
  • Leberwurst
  • Senf

Entweder man isst erst die Scheibe Leberwurst (grob) mit dem Senf und spült diese mit dem Machandel runter oder die Leberwurst mit Senf in das Glas geben und mit der Spirituose übergießen, dann das Getränk in einem Schluck trinken und zugleich die Leberwurst essen. Wir konnten uns im Eigenversuch nicht mit diesem Getränk anfreunden. Vermutlich wird es auch nicht von führenden Kardiologen empfohlen.

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